Golf I GTI – 1976 bis 1983
Das Original. Die Geschichte des Golf GTI beginnt auf dem Nürburgring. Dort wird im Sommer 1975 ein Prototyp des Sportwagens als Pacecar eingesetzt und die Zuschauer wundern sich, weshalb dieser Volkswagen so verdammt schnell unterwegs ist. GOLF steht auf den Türen, der Name GTI ist indes noch geheim. Doch die später so charakteristischen schwarzen Streifen über dem Seitenschweller, die hat er schon. Wenige Wochen später lüftet Volkswagen das Geheimnis um das Modell und enthüllt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt als Weltpremiere eine Studie des 182 km/h schnellen Golf GTI. Die Nachfrage ist enorm – alle wollen diesen kompakten Sportwagen. Schon im Juni 1976 startet der 110 PS starke Golf GTI durch, zuerst in Deutschland, dann rund um den Globus. 5.000 Exemplare sind von der Sonderserie anfangs geplant. Doch es kommt anders: Aus den 5.000 werden 461.690 Golf GTI der ersten Serie, die zum Schluss mit der Sonderedition des 112 PS starken „Sondermodell Golf GTI“ alias „Pirelli-GTI“ gekrönt wird.
Golf II GTI – 1984 bis 1991
Erste Evolutionsstufe. Der zweite Golf GTI setzt ab 1984 nahtlos die Philosophie des sportlichen Kompakten fort. Bereits Kult sind im achten Jahr der GTI-Geschichte die typischen Insignien des Sportwagens: schwarze Radlaufverbreiterungen, schwarzer Frontspoiler, schwarz umrandete Heckscheibe, schwarzer Dachhimmel und roter Rahmen im Kühlergrill. Perfekt dazu passend: das „Marsrot“ und spätere „Tornadorot“ als GTI-Lack. Mit 112 PS ist der neue GTI anfangs so stark wie zuletzt der alte. Wer sich ab 1985 für eine Version mit einem der ersten Katalysatoren entscheidet, verzichtet auf fünf PS. Doch schon 1986 legt Volkswagen in Sachen GTI-Power mit einer technischen Innovation nach: einem neuen 16V-Motor. In der Version ohne G-Kat entwickelt der Vierventiler 139 PS und sorgt für 208 km/h Höchstgeschwindigkeit. Und selbst der Golf GTI 16V mit G-Kat und in diesem Fall 129 PS pfeilt ab 1987 mit 200 km/h über die deutschen Autobahnen. Optional ist erstmals ABS erhältlich. 1990 lässt ein G-Lader die Leistung im Golf GTI G60 auf 160 PS und die Vmax auf 216 km/h hochschnellen. Im November 1990 knackt der GTI die Schallmauer von einer Million produzierten Exemplaren und wird zum erfolgreichsten Kompaktsportwagen der Welt.
Golf III GTI – 1991 bis 1997
Pures Understatement. Er setzt auf eine optisch zurückhaltende Dynamik: der 1991 vorgestellte Golf III GTI. Allein die schwarzen Radlauf- und Schwellerverkleidungen, schwarze Spoiler, die Leichtmetallräder „Le Mans“ oder „Monte Carlo“ und ein Doppelrohrauspuff lassen ihn als GTI erkennen. Das Sportfahrwerk legt die Karosserie dezent tiefer. Stilistisch prägend: die Scheinwerfer. Sie sind eine Neuinterpretation der Doppelscheinwerfer des ersten und zweiten Golf GTI. Diesmal jedoch befinden sich alle Lichtfunktionen in einem gemeinsamen Scheinwerfergehäuse – eine von zahlreichen Aerodynamikmaßnahmen, die den dritten GTI effizienter und schneller machen. Dazu gehört auch der Dachkantenspoiler, der die Luftverwirbelungen im Heckbereich reduziert. In Sachen Leistung startet der Golf III GTI mit 115 PS, die sein 2,0 Liter großer Zweiventil-Vierzylinder erneut in Richtung Vorderachse schickt. Dank der ausgefeilten Aerodynamik ermöglicht diese Leistung bereits 196 km/h. 1993 debütiert der neue Golf GTI 16V mit 150 PS. Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in nur 8,7 Sekunden und damit so schnell wie einst der 10 PS stärkere Golf II GTI G60. 1996 bereichert ein Turbodiesel mit 110 PS das GTI-Spektrum. Ebenfalls 1996 kommt der Golf „20 Jahre GTI“ auf den Markt – das erste Jubiläumsmodell der GTI-Geschichte.
Golf IV GTI – 1998 bis 2003
Stilikone. Der Golf IV gilt bis heute zu Recht als Stilikone. Hartmut Warkuß, langjähriger Designchef des Volkswagen Konzerns, prägte jene präzise und puristische Design-DNA, die den Volkswagen Modellen stilistisch den Weg in die Zukunft wies. Gleichzeitig machen der vierte Golf und mit ihm der vierte GTI technisch einen gewaltigen Sprung nach vorn. Das zeigt sich ebenso in der außergewöhnlichen Karosserie- und Interieurqualität. Hightech auch im Bereich der neuen GTI-Motoren: Der Kunde hatte die Wahl zwischen einem 1,8-Liter-Turbobenziner mit 150 PS. und einem2,3-Liter-Fünfzylinder mit ebenfalls 150 PS. Mit beiden Motoren ist der Golf IV GTI 218 km/h schnell. 2000 steigt die Leistung des V5-Motors auf 170 PS und die Vmax damit auf 224 km/h. Zudem steht wieder ein Turbodiesel zur Verfügung, der zunächst 110 PS, dann 115, 130 und 150 PS entwickelt. Die Antriebskrönung des Golf IV GTI ist 2001 jedoch der 180 PS starke Turbobenziner im Sondermodell „25 Jahre GTI“ – ein Wendepunkt in der Geschichte des GTI.
Golf V GTI – 2004 bis 2008
GTI in Reinkultur. Im September 2004 präsentiert Volkswagen den fünften Golf GTI auf dem Pariser Automobilsalon, der die GTI-Idee wieder deutlich sportlicher umsetzt. Kennzeichen: eine geschärfte Optik mit prägnantem Kühlergrill in neuer schwarzer Wabenoptik samt roter GTI-Einfassung, schwarzer Frontspoiler, ebenfalls schwarze Seitenschweller, ein in Wagenfarbe ausgeführter Dachkantenspoiler, verchromte Doppelendrohre, neue Sportsitze, Highend-Fahrwerk und ein neuer 200-PS-Turbomotor. Der hat richtig Punch: In 7,2 Sekunden beschleunigt der 2,0-Liter-Vierzylinder den handgeschalteten GTI auf 100 km/h; per Doppelkupplungsgetriebe (DSG) sind es nur 6,9 Sekunden. Erst bei 235 km/h erreicht der GTI seine Höchstgeschwindigkeit. 2006 bringt Volkswagen zum 30. Geburtstag des Kultsportlers den 230 PS starken Golf GTI „Edition 30“ auf den Markt. Dessen 230 PS sind schnell erklärt: Für jedes GTI-Jahr gibt es gegenüber der 200-PS-Version ein PS mehr. Optisch markant: mattschwarze 18-Zoll-Leichtmetallräder des Typs „Detroit“. Wahlweise gibt es alternativ helle 18-Zoll-Aluräder im Kreuzspeichendesign („Rockingham“). In Wagenfarbe lackiert sind der Frontspoiler, die Heckschürze und die Seitenschweller, abgedunkelt die Heckleuchten. Exklusive Teilleder-Sportsitze mit Mittelbahnen im Karoklassiker „Interlagos“ veredeln das Interieur. Zur Ausstattung zählt zudem der als Golfball ausgeführte Schalt- beziehungsweise DSG-Knauf. Der bis dato schnellste GTI erreicht 245 km/h und beschleunigt in nur 6,8 Sekunden auf 100 km/h.
Golf VI GTI – 2009 bis 2012
Perfektionierter Spirit. 2009 debütiert der sechste Golf GTI. Den Feinschliff der Abstimmung übernimmt kein Geringerer als die Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck. Mit der neuen Generation folgt ein 240 km/h schneller GTI, der mit seinem 210 PS starken Turbomotor jede Menge Spaß macht und in 6,9 Sekunden aus dem Stand heraus 100 km/h erreicht. Ein GTI, der mit einem Soundgenerator und neu konzipierter Abgasanlage (je ein Endrohr links und rechts) hörbare Dynamik bietet. Erstmals kommt im neuen GTI zudem serienmäßig das elektronische Quer-Sperrdifferenzial XDS zum Einsatz. Das Fahrverhalten wird dank XDS deutlich präziser und neutraler. 2011 folgt als „Edition 35“ der mit 235 PS bis dato stärkste GTI. Erstmals gibt es den Golf GTI ab 2012 zudem als Cabriolet.
Golf VII GTI – 2013 bis 2020
Rekord-GTI. Den siebten Golf GTI bringt Volkswagen 2013 gleich in zwei Varianten auf den Markt: als Version mit 220 PS und als GTI Performance mit 230 PS. Auf dieser Basis folgt Anfang 2016 der 265 PS und per Boost-Funktion temporär sogar 290 PS starke Golf GTI Clubsport – ein Sondermodell zum 40. Geburtstag des Golf GTI. Er ist zugleich der erste Golf GTI, der mit 5,9 Sekunden die Sechs-Sekundenmarke knackt und 250 km/h schnell ist. Noch im selben Jahr löst der neue Golf GTI Clubsport S mit seinen 310 PS die Grenzen zum Motorsport auf: Der Volkswagen Werksfahrer Benjamin Leuchter knackt im Frühling mit dem 265 km/h schnellen Clubsport S in 07:49:21 Minuten den damaligen Rekord für Fronttriebler auf der Nürburgring-Nordschleife – ein Geschenk zum 40. Geburtstag des Golf GTI. 2017 erhalten dann auch der „normale“ Golf GTI und der Golf GTI Performance mehr Leistung: Die neue Normalversion hat fortan 230 PS, der neue Golf GTI Performance 245 PS. 2019 folgt ein weiterer Höhepunkt der siebten GTI-Generation: der 290 PS starke Golf GTI TCR – eine Hommage an den erfolgreichen 350-PS-Boliden der internationalen TCR-Rennserie.
Golf VIII GTI – Seit 2020
High-Performance-GTI. 2020 debütiert der achte Golf GTI. Sein 2,0-Liter-Turbomotor entwickelt eine Leistung von 180 kW (245 PS) und bis zu 370 Nm Drehmoment. Erstmals kommt im 250 km/h schnellen und stets per 7-Gang-DSG geschalteten Golf GTI ein neu entwickelter Fahrdynamikmanager zum Einsatz. Er koordiniert die zum „XDS+“ weiterentwickelte elektronische Differenzialsperre sowie die Querdynamikanteile der optionalen Dämpferregelung „DCC“ und der Vorderachsdifferenzialsperre. Die so geschärften fahrdynamischen Eigenschaften sorgen für ein völlig neues und pures Fahrerlebnis. Zum 45. GTI-Geburtstag kommt 2021 der 221 kW (300 PS) starke „Clubsport 45“ auf den Markt. 2024 perfektioniert Volkswagen den Golf GTI mit einem Hard- und Software-Update inklusive neuer Licht-, Infotainment- und Bediensysteme. Von 180 kW (245 PS) auf 195 kW (265 PS) steigt dabei die Leistung des Golf GTI. Mit 221 kW (300 PS) identisch, bleibt die Power des Golf GTI Clubsport. Herausragend ist bei allen Modellen die Performance des nochmals präzisierten Fahrwerks mit Seriendetails wie einer elektronisch geregelten Vorderachsquersperre. Als neuen Meilenstein der 50-jährigen GTI-Geschichte präsentiert Volkswagen 2025 dann im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring den neuen Golf GTI EDITION 50. Im Jubiläumsjahr 2026 folgt nun die offizielle Markteinführung dieses mit 239 kW (325 PS) bisher stärksten Golf GTI.
