- Heute vor einem Dreivierteljahrhundert rollte der erste in Südafrika gebaute Volkswagen, ein Käfer, vom Band
- Das Werk in Kariega hat bis heute fast 40 verschiedene Modelle und 4,8 Millionen Fahrzeuge gebaut
In Kariega gehört Volkswagen zum Inventar. 1804 wurde die kleine Industriestadt in Südafrikas Provinz Eastern Cape gegründet, damals noch unter dem Namen Uitenhage. Und ein gutes Drittel ihrer 222-jährigen Geschichte ist sie die Heimat Volkswagens. Heute vor 75 Jahren begann dort mit der Fertigung des ersten Käfers die Geschichte der Marke in Südafrika.
In seinen frühen Tagen gehörte das Werk Kariega dem Unternehmen South African Motor Assemblers and Distributors (SAMAD), das dort Studebaker- und Austin-Modelle baute. Doch ab dem Moment, als der erste Käfer dort am 31. August 1951 vom Band rollte, war in den Augen der südafrikanischen Kunden ein Kultauto geboren. 1955 steigerte die Einführung des Typ 2, auch bekannt als Transporter, die Beliebtheit der Marke auf dem südafrikanischen Markt weiter.
1956 erwarb das Volkswagenwerk in Deutschland eine Mehrheitsbeteiligung an dem südafrikanischen Werk – es war das erste Werk Volkswagens außerhalb Deutschlands. 1966 wurde das Werk von SAMAD in Volkswagen of South Africa umbenannt, und 1974 ging es schließlich als 100-prozentige Tochter in den Besitz der Volkswagen AG über.
Bis heute wurden im Werk Kariega fast 40 verschiedene Modelle gebaut, darunter der Käfer, der Transporter, der Golf, Audi-Modelle, der Citi Golf, der Jetta, der Polo und der Polo Vivo. Mehr als 4,8 Millionen Fahrzeuge sind dort vom Band gelaufen, davon mehr als drei Millionen für den südafrikanischen Markt.
Das Unternehmen, 2025 in Volkswagen Group Africa (VWGA) umbenannt, um den Expansionsplänen auf dem afrikanischen Kontinent gerecht zu werden, ist momentan das weltweit einzige, das den Polo für den Export baut. Daneben wird in Kariega das meistverkaufte Auto des südafrikanischen Markts gebaut, der Polo Vivo. Bald kommt mit dem Tengo ein drittes Modell für das Werk hinzu. Die VWGA ist zudem Sitz der Region Afrika, die Fertigungsanlagen in Kenia, Ruanda und Ghana einschließt.
Neben der Produktion von Qualitätsfahrzeugen stehen bei Volkswagen auch immer die Menschen im Mittelpunkt. Schon in den 1980er Jahren sorgte das Unternehmen in Südafrika, wo zu den damaligen Apartheid-Zeiten noch Rassentrennung per Gesetz galt, für Aufsehen, indem es schwarze Facharbeiter ausbildete. In Zusammenarbeit mit charismatischen Pionieren wie John Gomomo, der eine der ersten Vertrauenspersonen bei Volkswagen wurde und später ins südafrikanische Parlament einzog, wurden so die Grundlagen für die gewerkschaftliche Repräsentation bei der VWGA gelegt.
Seit Beginn der demokratischen Ära in Südafrika 1994 hat das Unternehmen zudem durch den VW Community Trust sowie verschiedene Projekte und Partnerschaften rund 800 Millionen Rand (43 Millionen Euro) in gemeinnützige Projekte investiert. Unter anderem hat Volkswagen sich aktiv in den Kampf gegen das Coronavirus eingebracht und ein Feldkrankenhaus und ein Impfzentrum errichtet sowie den Ausbau der Einrichtungen des Nationalen Labordienstes NHLS finanziert.
Um sein 75-jähriges Bestehen zu feiern, hat das Unternehmen zudem in Kooperation mit Mastertons Coffee and Tea Specialists, Südafrikas ältester Kaffeerösterei, eine eigene Kaffeemischung produziert: die Sonderedition „People‘s Blend“. Das Jubiläum wird zudem mit einem Gala-Dinner am heutigen 31. August sowie mit einem spannenden Ganztagsevent für Mitarbeiter am 1. September gefeiert.
„Wir sind in dieser Stadt und in der Provinz Eastern Cape tief verwurzelt und auf dieser Grundlage wollen wir für Volkswagen auf dem afrikanischen Kontinent eine Zukunft aufbauen“, erklärte die VWGA-Vorstandsvorsitzende Martina Biene. „Wir sind die zweitälteste Fahrzeugmarke in Südafrika. Es gibt nicht viele Unternehmen, die von sich sagen können, dass sie am selben Ort seit 75 Jahren Qualitätsprodukte herstellen. Und auch wir können das nur von uns sagen, weil wir viele engagierte Mitarbeiter hatten, die für unsere Marke und unser Unternehmen nicht nur Autos sondern auch eine Tradition aufgebaut haben“, so Biene weiter. „Ich bin unseren ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern, unseren Kunden, unseren Zulieferern, Vertragshändlern, Regierungsverantwortlichen und Volkswagen-Fans zutiefst dankbar dafür, wie sie unseren bisherigen Weg in Südafrika geprägt haben“, sagte sie abschließend.
„Kariega hat sich über die vergangenen 75 Jahre seinen Platz in der Volkswagen-Welt gesichert“, erklärte Thomas Schäfer, globaler CEO der Marke Volkswagen PKW und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group South Africa. „Generationen von Mitarbeitern haben hier Autos gebaut, die das Vertrauen von Kunden in Südafrika und weit darüber hinaus gewonnen haben. Dieses Werk steht für Qualität, Wettbewerbsfähigkeit und eine hohe Leistungsbereitschaft“, so Schäfer weiter.
„Zugleich untermauert Kariega eine einfache Wahrheit: Globaler Erfolg wird nicht in der Zentrale geschaffen, sondern durch starke Teams an starken Orten mit starken lokalen Wurzeln aufgebaut. Südafrika ist für Volkswagen weit mehr als ein Produktionsstandort, es ist ein strategischer Anker für unser Afrikageschäft und ein wichtiger Teil unserer globalen Erfolgsgeschichte“, lobte Schäfer. „Wenn wir nun das Erreichen dieses Meilensteins feiern, schauen wir zugleich zuversichtlich nach vorn, entschlossen auf dieses Fundament aufzubauen, Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Weltklasseprodukte an unsere Kunden in Afrika und rund um die Welt auszuliefern.“
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